Wahrscheinlichkeitsdiagramm und Q-Q-Diagramm

Das Wahrscheinlichkeitsdiagramm wird verwendet, um zu testen, ob ein Datensatz einer gegebenen Verteilung folgt. Allgemein gesagt zeigt es ein Diagramm mit beobachtetem kumulativen Prozentanteil auf der X-Achse und erwartetem kumulativen Prozentanteil auf der Y-Achse. Wenn alle Punkte nah an der Referenzlinie liegen, kann davon gesprochen werden, dass der Datensatz der gegebenen Verteilung folgt.

Das Q-Q-(Quantile-Quantile)-Diagramm ist eine weitere grafische Methode, um zu testen, ob ein Datensatz einer gegebenen Verteilung folgt. Es unterscheidet sich von dem Wahrscheinlichkeitsdiagramm darin, dass es die beobachteten und erwarteten Werte anstatt der Prozentsätze auf der X- und Y-Achse zeigt. Wenn alle Punkte nah an der Referenzlinie liegen, kann davon gesprochen werden, dass der Datensatz der gegebenen Verteilung folgt.

Origin unterstützt fünf gegebene Verteilungen (Normal, Lognormal, Exponentiell, Weibull und Gamma) und fünf Methoden zum Zeichnen von Perzentilapproximationen (Blom, Benard, Hazen, Van der Waerden und Kaplan-Meier).

Inhalt

Wahrscheinlichkeitsdiagramm oder Q-Q-Diagramm erstellen

Zum Erstellen eines Wahrscheinlichkeits- oder Q-Q-Diagramms:

  1. Markieren Sie eine Y-Spalte oder mehrere Y-Spalten als Eingabevariable(n).
  2. Öffnen Sie den Dialog des Wahrscheinlichkeits-/Q-Q-Diagramms:
    Für ein Wahrscheinlichkeitsdiagramm: Klicken Sie im Hauptmenü von Origin auf Zeichnen > Statistisch: Wahrscheinlichkeitsdiagramm .... Alternativ können Sie auf die Schaltfläche Wahrscheinlichkeitsdiagramm Button Probability Plot.png auf der Symbolleiste 2D-Grafiken klicken.
    Für ein Q-Q-Diagramm: Klicken Sie im Hauptmenü von Origin auf Zeichnen > Statistisch: Q-Q-Diagramm .... Alternativ können Sie auf die Schaltfläche Q-Q-Diagramm Button Q Q Plot.png auf der Symbolleiste 2D-Grafiken klicken.
  3. Wählen Sie im Dialog der X-Funktion plot_prob die Gruppierungsspalte(n), legen Sie die Anordnung der Gruppen und Variablen fest, wählen Sie eine Spalte, um die Zeichnung in Felder aufzuteilen, legen Sie die Verteilung und Methode fest.
  4. Klicken Sie auf die Schaltfläche OK, um ein Wahrscheinlichkeits- oder Q-Q-Diagramm zu erstellen.
    Probability Plot and Q Q Plot 2.png

Wie Sie in diesem Beispiel sehen können,

Der Dialog der X-Funktion plot_prob

Probability plot 03.png

Eingabedaten

Legen Sie die Eingabedaten fest. Sie können mehrere Spalten als Eingabevariablen auswählen.

Gruppe

Legen Sie die Gruppierungsspalte(n) fest, um die Eingabevariable(n) in mehrere unterschiedliche Zeichnungen aufzuteilen.

Diagrammanordnung

Die Bedienelemente unter diesem Zweig unterstützen Sie beim Anordnen der Eingabevariablen und Gruppen und teilen die Grafik in mehrere Felder und Seiten auf.
  • Mehrere Datensätze und Mehrere Gruppen: Verwenden Sie diese zwei Optionen, um die Zeichnungen auf diese vier Arten anzuordnen:
    • Alle überlagern: Sowohl Mehrere Datensätze als auch Mehrere Gruppen wählen Auf gleicher Grafik überlagern.
    • Gruppen überlagern, Variablen in verschiedenen Layern: Mehrere Datensätze=Separate Layer, Mehrere Gruppen=Auf gleicher Grafik überlagern
    • Variablen überlagern, Gruppen in verschiedenen Layern: Mehrere Gruppen=Separate Layer, Mehrere Daten=Auf gleicher Grafik überlagern
    • Verschiedene Layer: Sowohl Mehrere Datensätze und Mehrere Gruppen wählen Separate Layer.
  • Felder teilen nach: Wenn dieses Kontrollkästchen aktiviert ist, können Sie eine andere Gruppierungsspalte auswählen, um die Grafiken in mehrere Layer aufzuteilen.
    Hinweis: Wenn Mehrere Daten und Mehrere Gruppen beide auf Separate Layer gesetzt wurden, sollte die Layerreihenfolge im Ergebnisblatt der Hierarchie von "nach Eingabedaten" →"Felder teilen nach" → "nach Gruppen“ folgen.
  • Seiten teilen nach: Wenn dieses Kontrollkästchen aktiviert wurde, können Sie (eine) Gruppierungsspalte(n) auswählen, um die Eingabedaten zu teilen und Wahrscheinlichkeitsdiagramme auf verschiedenen Diagrammseiten zu erstellen. Jede Seite zeichnet nur die Spalten innerhalb der für die Seite relevanten Gruppe. Die seitenrelevanten Gruppeninformationen werden im Layertitel gezeigt, getrennt durch Komma, falls es mehrere Faktoren gibt. Das Berichtsdiagrammblatt führt alle Seiten auf.

X-Skalierungen teilen

Legen Sie fest, ob X-Skalierungen für alle Layer auf der gleichen Grafik geteilt werden sollen. Diese Option ist nur verfügbar, wenn Separate Layer auf gleicher Grafik unter Mehrere Daten ausgewählt ist und Mehrere Gruppen oder Gruppierungsspalten im Feld Felder teilen nach.

Y-Skalierungen teilen

Legen Sie fest, ob Y-Skalierungen für alle Layer auf der gleichen Grafik geteilt werden sollen. Diese Option ist nur verfügbar, wenn Separate Layer auf gleicher Grafik unter Mehrere Daten ausgewählt ist und Mehrere Gruppen oder Gruppierungsspalten im Feld Felder teilen nach.

Verteilung

Wählen Sie einen Verteilungstyp für Ihre Daten aus. Weitere Informationen zu Verteilungen finden Sie im Abschnitt Verteilungen.

  • Verteilung
    Es sind 14 Verteilungen verfügbar.
    Distribution PPandQQ.png
  • Aus Daten schätzen
    Legen Sie fest, ob die Verteilungsparameter aus den Eingabedaten geschätzt werden sollen. Falls nicht, können Parameter manuell festgelegt werden.
  • Parameter: Das Deaktivieren des Kontrollkästchens Aus Daten schätzen aktiviert die Felder Parameter, in die Sie benutzerdefinierte Werte eingeben können, um die Kurven zu zeichnen.
    Sie können mehr Einzelheiten über die Verteilungskurven auf der Registerkarte Verteilung im Dialog Details Zeichnung finden.

Score-Methode

Wählen Sie eine Methode zum Zeichnen der Perzentilapproximationen aus. Weitere Informationen zu den Methoden finden Sie im Abschnitt Score-Methoden.

  • Blom
  • Benard
  • Hazen
  • Van der Waerden
  • Kaplan-Meier

Konfidenzband

Legen Sie fest, ob das Konfidenzband im Wahrscheinlichkeitsdiagramm ausgegeben werden soll. Einzelheiten zur Berechnung finden Sie unter Algorithmen.

Konfidenzniveau (%)

Diese Option ist nur verfügbar, wenn Konfidenzband ausgewählt ist. Legen Sie das Konfidenzniveau in Prozent für die gewählte Verteilung fest.

XY-Achsen austauschen

Legen Sie fest, ob die Positionen von X- und Y-Achse ausgetauscht werden soll.

X-Minimum
X-Maximum

Per Standard sind die Kontrollkästchen von Auto aktiviert, was bedeutet, dass die minimalen und maximalen X-Werte der Referenzlinienspalten im Ergebnisblatt "PlotData#" verwendet werden, um die Verteilungskurven zu erstellen.

Durch Deaktivieren des Kontrollkästchens Auto können Sie das Minimum und/oder Maximum der X-Werte für alle Verteilungsreferenzlinien eingeben. Alle Referenzlinien werden innerhalb dieses X-Bereichs gezeichnet.

Ausgabe in Legen Sie fest, wo die Diagramme ausgegeben werden sollen, als separate Diagrammfenster oder eingebettet in ein Berichtsblatt.

Ausgabebereich

Diese Option bestimmt, wo die für das Diagramm berechneten Daten gespeichert werden.

Diagramme ausgeben

Hier wird festgelegt, wo die Ergebnisdiagramme gespeichert werden.

Verteilungen

Origin umfasst vier Verteilungen für Wahrscheinlichkeits- und Q-Q-Diagramme. Die folgende Tabelle listet ihre Dichtefunktionen auf:

Verteilung Dichtefunktion p(x) Bereich Parameter

Normal

\[\frac 1{\sigma \sqrt{2\pi }}\exp \left( -\frac{\left( x-\mu \right) ^2}{2\sigma ^2}\right)\]

Alle \(x\)

\(\mu\), Mittelwert, ist der lokale Parameter
\(\sigma(>0)\), Standardabweichung, ist der Skalierungsparameter

Lognormal

\[\frac 1{\sigma x\sqrt{2\pi }}\exp \left( -\frac{\left( \ln \left( x\right) -\mu \right) ^2}{2\sigma ^2}\right)\]

\[x>0\]

\(\mu\) ist die Form des Skalierungsparameter.
\(\sigma(>0)\) ist der Skalierungsparameter.

Lognormal mit 3 Parametern

\[\frac{1}{(x - \gamma)\sigma\sqrt{2\pi}} \exp\left(-\frac{[\ln(x - \gamma) - \mu]^2}{2\sigma^2}\right)\]

\[x > \gamma\]

\(\gamma\) ist der Minimumwert der Verteilung
\(\mu\) ist der Mittelwert des Logarithmus von (X−γ)
\(\sigma >0\) ist die Standardabweichung von ln(X−γ).

Exponentiell

\[\frac 1\sigma \exp \left( -\frac x\sigma \right)\]

\[x>0\] \(\sigma(>0)\) ist der Skalierungsparameter.

Exponentiell mit 2 Parametern

\[\lambda e^{-\lambda(x - \mu)}\]

\[x>\mu\] λ>0 ist der Ratenparameter (inverse Skalierung)

μ ist der Lageparameter (Minimumwert, Schwellenwert).

Weibull

\[\frac c\sigma \left( \frac x\sigma \right) ^{c-1}\exp \left( -\left( \frac x\sigma \right) ^c\right)\]

\[x>0\]

\(\sigma(>0)\) ist der Skalierungsparameter
. \(c(>0)\) ist der Formparameter.

Weibull mit 3 Parametern

\[\frac{k}{\lambda} \left(\frac{x - \gamma}{\lambda}\right)^{k-1} \exp\left[-\left(\frac{x - \gamma}{\lambda}\right)^k\right]\]

\[\quad x \geq \gamma\]

k>0 ist der Formparameter (Weibull-Modulo)
λ>0 ist der Skalierungsparameter (charakteristische Lebensdauer)
γ ist der Lageparameter (Mindestlebensdauer/Schwellenwert)

Gamma

\[\frac{1}{\Gamma(c)\sigma^c}x^{c -1} exp(-x/\sigma),\]

\[x>0\]

\(\sigma(>0)\) ist der Skalierungsparameter
. \(c(>0)\) ist der Formparameter.

Kleinster Extremwert

\[\frac{1}{\sigma} \exp\left[\frac{x-\mu}{\sigma} - \exp\left(\frac{x-\mu}{\sigma}\right)\right]\]

\[\quad -\infty < x < \infty\]

μ = Lageparameter (Modus, auch Median)
σ>0 = Skalierungsparameter

Größter Extremwert

\[\frac{1}{\sigma} \exp\left[-\frac{x-\mu}{\sigma} - \exp\left(-\frac{x-\mu}{\sigma}\right)\right]\]

\[-\infty < x < \infty\]

μ = Lageparameter (Modus)
σ>0 = Skalierungsparameter

Logistisch

\[\frac{\exp\left(-\frac{x-\mu}{s}\right)}{s\left[1 + \exp\left(-\frac{x-\mu}{s}\right)\right]^2} = \frac{1}{4s} \text{sech}^2\left(\frac{x-\mu}{2s}\right)\]

\[-\infty < x < \infty\]

μ = Lageparameter (Mittelwert, Median, Modus)
s>0 = Skalierungsparameter (verbunden mit Standardabweichung)

Loglogistisch

\[\frac{(\beta/\alpha)(t/\alpha)^{\beta-1}}{\left[1 + (t/\alpha)^\beta\right]^2}\]

\[t > 0\]

α>0 = Skalierungsparameter (Median = α )
β>0 = Formparameter (steuert Schiefe- und Endverhalten)

Gefaltet Normal

\[\frac{1}{\sigma\sqrt{2\pi}} \left[\exp\left(-\frac{(x-\mu)^2}{2\sigma^2}\right) + \exp\left(-\frac{(x+\mu)^2}{2\sigma^2}\right)\right]\]

\[x \geq 0\]

μ ist die Lage der zugrunde liegenden Normalverteilung
σ>0 (Skalierung)

Rayleigh

\[\frac{x}{\sigma^2} \exp\left(-\frac{x^2}{2\sigma^2}\right)\]

\[x \geq 0\]

σ>0 ist der Skalierungsparameter.

Einzelheiten zum Erzeugen eines Wahrscheinlichkeitsdiagramms

Zum Erstellen eines Wahrscheinlichkeitsdiagramms sortieren Sie zuerst den beobachteten Datensatz vom kleinsten zum größten Wert:

\(x[1]\le x[2]\le x[3]\le \cdots \le x[n-1]\le x[n]\), \(n\) ist die Gesamtanzahl der Werte des beobachteten Datensatzes.

Die sortierten beobachteten Werte werden in der Zeichnung durch Punkte dargestellt, deren X-Koordinaten \(x[i]\\) sind und deren Y-Koordinaten mit Hilfe der Score-Methode berechnet werden.

Probability Plot and Q Q Plot 7.png

Die Skalierungstypen des Wahrscheinlichkeitsdiagramm sind unterschiedlich je nach Verteilung.

Verteilung X-Skalierungstyp Y-Skalierungstyp

Normal

Linear

Wahrscheinlichkeit

Lognormal

Ln

Wahrscheinlichkeit

Lognormal mit 3 Parametern

Log10

Wahrscheinlichkeit

Exponentiell

Ln

Log-Reziprok doppelt

Exponentiell mit 2 Parametern

Log10

Doppelt Log-Reziprok (Weibull)

Weibull

Log10

Log-Reziprok doppelt

Weibull mit 3 Parametern

Log10

Doppelt Log-Reziprok (Weibull)

Gamma

Log10

Wahrscheinlichkeit

Kleinster Extremwert

Linear

Doppelt Log-Reziprok (Weibull)

Größter Extremwert

Linear

Benutzerdefinierte Formel

Logistisch

Linear

Logit

Loglogistisch

Log10

Logit

Gefaltet Normal

Linear

Benutzerdefinierte Formel

Rayleigh

Log10

Benutzerdefinierte Formel

Einzelheiten zum Erzeugen eines Q-Q-Diagramms

Zum Erstellen eines Q-Q-Diagramms sortieren Sie zuerst den beobachteten Datensatz vom kleinsten zum größten Wert:

\(x[1]\le x[2]\le x[3]\le \cdots \le x[n-1]\le x[n]\), wobei \(n\) die Gesamtanzahl der beobachteten Werte ist.

Die Y-Werte sind die inversen kumulativen Verteilungsfunktionen der verwendeten Score-Methode.

Probability Plot and Q Q Plot 6.png

Score-Methoden

Eingabedaten werden von klein zu groß geordnet, und die Seriennummer der sortierten Daten wird dann mit Hilfe einer der Methoden unten bewertet. In dieser Tabelle ist \(i\) die Seriennummer und \(n\) die Gesamtanzahl der nicht fehlenden Eingabedaten.

Methoden Zeichnungsposition \(method(i,n)\)

Blom

\[(i-0,375)/(n+0,25)\]

Benard

\[(i-0,3)/(n+0,4)\]

Hazen

\[(i-0,5)/n\]

Van der Waerden

\[i/(n+1)\]

Kaplan-Meier

\[i/n\]

Referenz